Loading

16 Interessante Fakten über Armenien

Wohin soll es gehen?

Komme mit uns auf Entdeckungsreise! Schau Dich in den Beiträgen um oder Suche nach einem Begriff.

Picture from Explore Armenia.am

16 Interessante Fakten über Armenien

Wenn Sie eine Reise nach Armenien buchen, sollten Sie einige Fakten über das Land kennen. Wir haben eine Auswahl von 16 Fakten zusammengestellt, die unserer Meinung am Interessantesten sein dürften.

 

1. Armenien ist ein sehr altes Land

Armenien ist neben dem Iran, China, Griechenland, Ägypten und Japan eines von sechs historischen Ländern, die für Jahrtausende ihre Existenz aufrechterhalten konnten. Das erste Mal erwähnt wurde das Land Armenien im sogenannten Behistun Manuskript des persischen Königs Dareios des I. im Jahre 520 v.Chr.

Antike Überlieferungen in Bezug auf Armenien existieren auch durch die antiken griechischen Autoren Herodot und Xenophon im fünften Jahrhundert vor Christus.

2 .Es ist das erste Land welches das Christentum angenommen hat

Armenien ist in der Geschichte das erste Land, in dem das Christentum Staatsreligion wurde. Thaddäus und Bartholomäus – beides Apostel des Herrn Jesus Christus, haben in Armenien gepredigt, nach ihnen wurde auch die Armenische Apostolische Kirche benannt. Gregor der Erleuchter (Lusavorich) taufte Armenien im Jahr 301 und wurde der erste Katholik aller Armenier. So wurde Armenien der erste christliche Staat der Geschichte.

 

3.  Die erste Kirche der Welt wurde in Armenien erbaut

Fertiggestellt im vierten Jahrhundert, wurde die Kathedrale Etschmiadsin die weltweit erste offizielle Kirche. Der armenische Urvater der Katholiken, Gregor der Erleuchter (Lusavorich), sah in seinem Traum, wie Christus mit einem brennenden Hammer vom Himmel herabstieg und damit auf die Stelle deutete, an der die Kirche erbaut werden sollte. Einst Lage eines heidnischen Tempels, wurde an diesem Ort im Jahre 303 die Kirche Etschmiadsin eröffnet.

Der „Speer Christus“ (Heilige Lanze), welcher der römische Soldat Longinus in Jesus Christus stieß, wird in der Schatzkammer der Kathedrale Etschmiadsin aufbewahrt. Seit dem Jahr 2000 gehört die Kathedrale außerdem zum UNESCO-Welterbe.

 

4. Jerewan ist eine der ältesten Städte der Welt

Jerewan ist seit dem Jahre 1918 die insgesamt dreizehnte Hauptstadt von Armenien. Als eine der ältesten Städte der Welt ist sie auf dem nordöstlichen Teil des Ararat Tals gelegen. Sie wurde im Jahr 782 v.Chr. vom König Argischti gegründet und ist damit sogar 29 Jahre älter als Rom. Im Jahr 2018 wird die Stadt ihr 2800-jährigens Bestehen feiern.

 

5. Das armenische Alphabet ist eines der hochentwickeltsten der Welt

Das armenische Alphabet wurde in den Jahren 405 bis 406 n.Chr. vom Gelehrten und Mönch Mesrop Maschtoz erschaffen. Bei der Schaffung des Alphabets war der Schlüssel zum Erfolg die altarmenische Sprache, bestehend aus 28 Buchstaben, welche in keinerlei Einklang zur Akustik der armenischen Sprache lag. Maschtoz Alphabet hingegen besteht aus 36 Lettern, wobei sieben Buchstaben Vokale darstellen und 29 Buchstaben Konsonanten sind. Nach dem zwölften Jahrhundert erschienen zwei weitere Lettern im Alphabet und nachdem im Jahre 1940 zwei Buchstaben verschmolzen sind, erschien ein weiterer Buchstabe, welcher jedoch ohne Bezeichnung ist. Wissenschaftler zählen das armenische Alphabet neben dem georgischen und koreanischen zu einem der drei fortschrittlichsten der Welt.

Der Erfinder Mesrop Mashtots ist ebenfalls der Schöpfer des georgischen und albanischen Alphabets. Mehr als 16. Jahrhunderte blieb das armenische Alphabet weitgehend unverändert. Eine Monumente zu Ehren von Mesrop Maschtoz und des armenischen Alphabets, befindet sich im Dorf Artaschawan, am Fuße des Berges Aragaz.

 

6. Das weltweit erste Lehrbuch über arithmetische Probleme wurde von einem armenischen Mathematiker verfasst

Es war im sechsten Jahrhundert der armenische Wissenschaftler David der Unbesiegbare (Anhaght), welcher das erste Lehrbuch in Bezug auf arithmetische Probleme geschrieben hat. Ein Auszug aus diesem Buch findet man im Matenadaran Institut für alte armenische Handschriften, benannt nach dem heiligen St. Mesrop Maschtoz. Matenadaran ist weltweit einer der größten Aufbewahrungsorte für Manuskripte und Handschriften, in Bezug auf armenische Handschriften ist er der größte der Welt.

 

7. Armenien ist die Heimat der Aprikose

Armenien gilt als Heimatlande der Aprikose. Dies bezieht sich auf die Geschichte der Übersiedlung der Aprikose von Asien nach Europa. Der berühmte französische Biologe De Poederlé schrieb im achtzehnten Jahrhundert: „der Name dieses Baumes stammt aus Armenien und der asiatischen Provinz, wo sie entdeckt und nach Europa gebracht wurde…“

Ursprünglich dachte man im neunzehnten Jahrhundert, dass die Aprikose durch Alexander den Großen aus Armenien nach Griechenland gebracht wurde und von dort dann nach Italien. Diese Version ist allerdings durch keine Schriften der Römer und Griechen belegt, da in keiner das Wort „Aprikose“ vorkommt.

Jedoch gibt es Quellen aus dem ersten Jahrhundert, die beweisen, dass die Aprikose in Italien während des erstens Jahrhunderts angekommen ist, nach den Römisch-Parthischen Kriegen. Die Aprikose wurde damals „Armenischer Apfel“ (lat. Mela armeniaca, lat. Pomun armeniacum) genannt, was die Theorie bestätigt, dass die Aprikose durch Armenien zu den Römern gelangt ist. Der arabische Geograph Ibn al-Faqih erwähnt in seinem Buch „Das Buch der Länder“ (aus dem Jahre 903) die Aprikose unter seinem armenischen Namen „Tsiran“ und nennt sie „das Obst Armeniens“.

Das berühmte armenische Musikinstrument „Duduk“ wird aus dem Holz des Aprikosenbaums hergestellt.

 

8. Der biblische Berg Ararat

Der Berg Ararat ist das Symbol Armeniens. Sein Konterfei ist auf dem Wappen des Landes zu sehen. Noah landete mit seiner Arche auf dem Berg Ararat, nachdem die Sintflut sank „und die Arche ruhte im siebten Monat, am siebzehnten Tag des Monats, auf dem Berg Ararat“ (Genesis 8:4).

Das Ararat Gebirge besteht aus zwei erloschenen Vulkanen: dem Großen Ararat (in Armenien Masis genannt und mit einer Höhe von 5165m) und dem Kleinen Ararat (armenisch Sis, 3927m).

Zur heutigen Zeit liegt der Berg jedoch nicht in Armenien, sondern auf dem Gebiet der Türkei. Das Hoheitsgebiet wurde in die Türkei nach dem Vertrag im Jahre 1921 annektiert. Die heutige Republik Armenien erkennt den Vertrag von Kars nicht an.

 

9. Der Völkermord an den Armeniern

Der Völkermord an den Armeniern wurde von den Behörden des Osmanischen Reichs organisiert und umgesetzt. Er begann 1915 und dauerte bis zum Jahr 1923 an. Der Genozid wurde mit Mitteln der physischen Zerstörung, Deportation und Vertreibung der Zivilbevölkerung durchgesetzt, die in den sicheren Tod führten.

Im Jahr 1907 kamen die sogenannten Jungtürken an die Macht, deren Ideologie auf dem Pan-Türkentum, bzw. auf dem Traum vom „Großen Turan“ beruhte, welche sich nach ihrer Vorstellung vom Balkan bis zum Altai ausstrecken sollte. Der Beitritt der Türkei in den ersten Weltkrieg im Jahre 1914, gab den Jungtürken die Möglichkeit einer endgültigen Lösung in der „Armenienfrage“, was gleichbedeutend mit der vollständigen Auslöschung aller Armenier sein sollte.

„Wer erinnert sich heute an die Vernichtung der Armenier“ – fragte Adolf Hitler, während er Deutschland auf den Einmarsch in Polen und ebenso auf die Durchführung des Holocaust motivieren wollte. Es wurden in etwa 1,5 Millionen Armenier brutal ermordet. Heute ist der Holocaust an den Armeniern in 26 Ländern der Welt anerkannt und verurteilt. Der 100. Jahrestag des Genozids wurde am 24. April 2015 begangen.

 

10. Die armenische Diaspora

Die Gesamtzahl der Armenier auf der Welt beträgt in etwa zehn bis zwölf Millionen, während in Armenien selbst ungefähr drei Millionen Menschen leben.

Nach dem Genozid 1915 wurden nahezu 500.000 Armenier überall auf der Welt zerstreut, was zu einem starken Zuwachs der armenischen Diaspora geführt hat. Armenische Flüchtlinge, die aus der Türkei flohen, ließen sich in vielen Städten Osteuropas, des Balkans und des Mittleren Ostens nieder. Große armenische Gemeinden existieren in der Gegenwart in den Vereinigten Staaten, Russland, dem Iran, Libanon, der Ukraine, Frankreich, Syrien, Argentinien, im Jordan, in Bulgarien, Brasilien, Kanada, Australien und noch in einigen anderen Ländern.

Die Diaspora ist eine große wirtschaftliche und auch politische Hilfe für Armenien.

 

11. Das Weingut in Areni ist das älteste Weingut der Welt

Das Dorf Areni liegt an den Ufern des Flusses Arpa. Vor wenigen Jahren wurde dort im Höhlenkomplex Areni-1 das älteste Weingut, bzw. die mit knapp sechstausend Jahren älteste Weinkellerei der Welt entdeckt. Unter anderem wurden dort Traubenpressen, Gärungsbehälter, Trinkbecher und Reste von Reben und Samen gefunden. Wissenschaftler glauben, dass die Trauben, aus denen vor sechstausend Jahren in Armenien Wein hergestellt wurde, die Vorfahren der heute bekannten Rebsorte Pinot Noir waren. Aus dieser Rebsorte wird heute in Frankreich teurer Wein produziert.

Auch heute noch ist das Dorf Areni für seinen berühmten Wein berühmt. Jedes Jahr im Oktober wird dort ein Weinfest veranstaltet.

 

12. Die ältesten Schuhe

Im September 2008 wurde im Dorf Areni der älteste Schuh der Welt gefunden. Sein Alter wird auf mehr als 5500 Jahre geschätzt. Das Schuhwerk wurde zusammen mit Ziegenhörnern in einer sauber geformten Grube gefunden, welche 45cm tief war und einen Durchmesser von 44cm hatte. Der Schuh ist sehr gut erhalten und hat dies dem speziellen Mikroklima in der Grube zu verdanken und auch der Tatsache, dass er unter einer dicken Schicht von Schafskot lag, welche als harte, schützende Hülle diente. Der Schuh würde der heutigen Schuhgröße von 37 (EU) entsprechen und war mit Stroh und Gras gefüllt. Er wurde auf der rechten Seite getragen und war aus einem einzigen Stück Leder gefertigt. Neben dem Schuh wurden auch Schnürsenkel und dazugehörige Nahtlöcher mit einem Durchmesser von zwei bis drei Millimetern geborgen.

 

13. Das armenische Brot ist auf der Liste des UNESCO Welterbes

Im Jahr 2014 wurde das armenische Brot „Lavasch“ in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen. Die Entscheidung wurde während der Sitzung des Ausschusses für den Schutz des immateriellen Kulturerbes in Paris getroffen. Die Liste immaterieller Kulturgüter beinhaltet außerdem: das Spielen auf dem Musikinstrument Duduk 2005, die Handfertigkeit in der Erstellung armenischer Chatschkars (Kreuzsteine) im Jahr 2010 und der mittelalterliche armenische Epos „David von Sasun“ im Jahr 2012.

Es gibt neun kulturelle Stätten in Armenien, die ebenfalls unter dem Schutz der UNESCO stehen: Das Kloster Haghpat (9.-13.Jhr.), das Kloster Sanahin (10.Jhr.), die Kathedrale von Etschmiadsin (4.Jhr.), die Kirche der heiligen Hripsime (7.Jhr.), die Kirche der heiligen Gayane (7.Jhr.), die archäologische Stätte von Swartnoz (7.Jhr.), das Kloster Geghard (4.-8.Jhr.), die heilige Kirche des Schoghakat (7.Jhr.) und das obere Tal des Azat Flusses.

 

14. Armenischer Cognac

Armenischer Cognac, ein uns allen bekanntes Getränk, wird überall auf der Welt geschätzt. Die industrielle Produktion des Cognac begann 1887. Kaufmann Nerses Tairjan war es, der das erste Weingut in Jerewan anbaute. Zwölf Jahre später wurde die Weinkellerei vom russischen Kaufmann Nikolai Schustov aus Moskau aufgekauft. Nur wenige Jahre später war Schustov Cognac nicht nur in Russland beliebt, sondern auch außerhalb seines Heimatlandes. Im Jahre 1900 sandte Schustov einige Proben seines Cognacs zu einer Messe nach Paris. Die Jury vergab den Preis einstimmig an den unbekannten Gewinner. Nachdem die Jury erfahren hatte, dass der Geburtsort des Getränks aus Armenien kam, erlaubten die Franzosen Schustov als Ausnahme, dass er die Bezeichnung „Cognac“ auf die Flaschen schreiben durfte, entgegen der eigentlichen Verordnung, dass alle ausländischen Manufakturen ähnlichen Alkohol mit „Brandy“ beschriften mussten.

Nachdem der russische Kaiser Nikolaus der Zweite den Cognac von Schustov im Jahre 1912 probiert hatte, gewährte er ihm das Recht, Hauptlieferant am russisch-kaiserlichen Hof zu sein.

Es ist außerdem bekannt, dass der armenische Cognac, das alkoholische Lieblingsgetränk von Winston Churchill war. Er trank täglich eine Flasche des 50%igen armenischen Cognacs Dvin.

15. Die Seilbahn „Flügel von Tatev“ ist im Guiness-Buch der Rekorde

Die Seilbahn „Flügel von Tatev“, welche sich gleich neben dem Kloster von Tatev befindet, ist die längste Passagier-Seilbahn der Welt. Sie wurde im Rahmen der „Tatev-Wiederbelebung“ erbaut und am 16. Oktober 2010 eröffnet. Die Länge der Seilbahn beträgt 5752 Meter. Die Seilbahn „Flügel von Tatev“ ist weltweit die einzige Anlage des Ingenieurwesens dieser Größenordnung und wurde in einer Rekordzeit von nur zehn Monaten erbaut. Die Fahrt zum Kloster dauert elf Minuten. Die maximale Höhe beträgt 320 m. Pro Stunde befördert die Seilbahn 200 Passagiere, während eine Fahrt maximal 25 Passagiere gleichzeitig fasst.

 

16. Armenien ist eine Supermacht im Schach

Schach ist in Armenien bereits seit dem neunten Jahrhundert bekannt. Es wird in den armenischen Handschriften des 9. und 10. Jahrhunderts erwähnt, welche in Matenadaran aufbewahrt werden.

Der sowjetische Schachspieler Tigran Petrosjan war im Zeitraum von 1963 bis 1969 der neunte Weltmeister.

Im heutigen Armenien wird seit dem Jahr 2011 bereits ab der ersten Klasse Schülern Schach gelehrt. Schach ist an den Schulen ein Pflichtfach und trägt einen großen Teil zu der Entwicklung der mentalen Fähigkeiten von Kindern bei. Durch Schach lernen Kinder flexibel und bedacht zu handeln. Armenien strebt mit seinen Lernmethoden danach, zu den Besten der Welt zu gehören. Der armenische Präsident Serj Sargsjan ist auch der Präsident des armenischen Schachverbandes.

Im Jahr 1999 wurde das armenische Männerteam Europameister. Nur vier Jahre später im Jahre 2003, wurde dieser Erfolg auch dem armenischen Frauenteam zuteil. Im Jahr 2006 gewann die Herrenmannschaft die Schach-Olympiade in Turin. 2008 wurde dieser Erfolg in Dresden wiederholt und in 2011 gewann die Mannschaft die Weltmeisterschaft in Ningbo (China). Auch derzeit ist das armenischen Männerteam im Schach eines der stärksten der Welt. Der führende armenischen Schachspieler Lewon Aronjan ist laut FIDE-Ratingliste dauerhaft unter den besten drei Spielern der Welt.

International gilt Schach als Armeniens Aushängeschild.

 

Artikel by Explore Armenia 

 

 

 

Tags

Saskia

Saskia

petra_1

Jordanien

DSC08486

Vietnam

P1030780

Georgien

DSC02389

Armenien

Kommentar schreiben